Validator Ausgabe XHTML und auch HTML unterliegen Regeln die vom World Wide Web Consortium (W3C) festgelegt werden. Dazu zählen nicht nur welche HTML-Tags es alles gibt sondern auch welche Attribute diese haben dürfen (oder müssen) und wo sie im HTML stehen dürfen und wo nicht. Hält sich eine Seite an all diese Regeln ist sie “valide”, schon ein Fehler kippt sie allerdings direkt auf “invalide”. Geprüft werden kann dies mit dem Validator des W3C. Doch wozu dient valides HTML und wie wichtig ist es?

Eine pauschale Antwort ist hier im Grunde unmöglich, denn es spiele zu viele Faktoren eine Rolle. Der wohl wichtigste Aspekt ist, wie die Darstellung im Browser durch invaliden Code verändert wird. Bei kleineren Fehlern passiert meist überhaupt nichts, die Browser versuchen selbstständig die Fehler zu korrigieren. Andere Fehler führen dazu, dass einzelne Browser die Fehler unterschiedlich korrigieren mit teilweise gravierendem Unterschied.

Ein Beispiel: Der Schließtag für eine Tabelle wurde vergessen. Ein Browser setzt nun selbst nachdem die letzte Zeile geschlossen wurde den fehlenden Tag ein und sorgt so für eine korrekte Darstellung. Ein zweiter Browser interpretiert, dass ein nach der Tabelle stehender Schließ-Tag für ein Div wohl eher für die Tabelle gedacht war und schon kann es zu großen Problemen bei der Darstellung des Layouts kommen.

Die Anzahl der verfügbaren Browser ist enorm. Dies fängt bei den großen Browsern wie Firefox, Internet Explorer, Opera und Google Chrome an und geht weiter über die verschiedenen Browser auf Mobiltelefonen, iPods und alle möglichen und unmöglichen Exoten. Durch validen Quelltext kann man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass die Seite auf allen Browsern korrekt dargestellt wird.

Andere Fehler haben keine Auswirkungen die man direkt sieht, etwa das fehlende alt-Attribut bei Bildern. Barrierefreiheit ist kein simples Schlagwort mehr sondern Tatsache: Viele Internetnutzer sind blind oder haben andere Sehstörungen die die Verwendung von Textbrowsern oder Vorlese-Programmen nötig machen. Diese Internetnutzer sind aber keine seltene Kuriosität sondern inzwischen Alltag im World Wide Web. Für den Seitenbetreiber sind diese Menschen Besucher oder auch Kunden wie jeder andere. Mit dem kleinen Unterschied, dass sie das hübsche Katzenbildchen nicht sehen können und bei fehlendem alt-Attribut ein kaltes “BILD” von ihrem Vorleseprogramm an den Kopf geklatscht bekommen. Ein leeres alt-Attribut, etwa für Layout-Bilder würden hier einfach zu keiner Ausgabe führen, für Bilder die für den Inhalt relevant sind sollte dort eine kurze Beschreibung stehen. Suchmaschinen haben übrigens die ähnliche Probleme mit Bildern umzugehen. Ein alt-Tag bringt also auch etwas für die Positionierung in Suchmaschinen.

Kommen wir zum letzten Fall: Dem Mir-doch-egal-Fall. Dieser tritt weniger bei der Validierung von HTML auf als bei CSS. Verschiedene Browser haben unterschiedliche Probleme bei der Darstellung und insbesondere der Internet Explorer ist seit jeher ein Feind jedes Webdesigners. Oft ist man einfach nur erleichtert wenn eine Seite in allen Test-Browsern wie gewünscht dargestellt wird und keiner mehr den Content über die Navigation klebt statt beides nebeneinander darzustellen. Wenn dann der Validator rot aufblinkt und den schicken Wordaround ankreidet gibt es nur zwei Möglichkeiten: Zeitintensiv einen anderen Weg finden oder “Mir doch egal” denken und sich damit zufrieden geben, dass die Seite korrekt dargestellt wird.

Spätestens hier sollte man sich dann allerdings von den beliebten “HTML valid”-Buttons die gern in der Navigation oder dem Fußbereich der Seite angebracht werden verabschieden. Nicht nur, dass es dann nicht stimmt (wie bei den meisten Seiten die solche Buttons verwenden), es interessiert auch im Grunde keinen. Solange die Seite richtig dargestellt wird und funktioniert muss der Quelltext nicht hinterfragt werden, man provoziert höchstens spöttische Kommentare, vergisst man doch mal ein alt-Attribut. Wird die Seite nicht korrekt dargestellt, dann hilft auch kein valides Ergebnis beim Validator.

Fazit:
Meiner Meinung nach ist valides HTML/CSS ein guter Weg um sicher zu stellen, dass die Seite auf möglichst allen Browsern korrekt dargestellt wird und es zu keinen Problemen führt. Durch den Validator lassen sich die eigenen Fehler und auch Faulheiten (alt-Attribut) gut erkennen und anschließend korrigieren. Ein Allheilmittel ist valider Quelltext allerdings nicht und mir ist es wesentlich lieber eine Seite ist invalide, wird aber richtig dargestellt als eine valide Seite mit fehlerhafter Darstellung.